Loslassen lernen: Tipps & Strategien

FĂ€llt dir das Loslassen von Dingen und Menschen auch oft schwer? Da bist du in bester Gesellschaft! Denn obwohl es uns vielleicht nicht guttut, hĂ€ngen wir an GegenstĂ€nden oder Beziehungen fest und haben keinen Plan, wie wir den Absprung schaffen sollen. Schauen wir uns hierzu drei Fragen nĂ€her an: Warum bereitet uns das Loslassen eigentlich solch eine MĂŒhe? Wie erkennen wir, dass es die richtige Entscheidung wĂ€re, uns abzuwenden? Und last but not least: Mit welchen Strategien haben wir gute Chancen, endlich den finalen Schritt zu wagen? In diesem Beitrag findest du Antworten und praktische RatschlĂ€ge, wie du das Loslassen meisterst.

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Warum fÀllt uns das Loslassen so schwer?

Loslassen fÀllt uns oft schwer, weil wir an Gewohnheiten und Sicherheiten hÀngen. Unser Gehirn bevorzugt von Natur aus bekannte Muster, da sie weniger Energie und Anstrengung erfordern. Verlassen wir diese Komfortzone, bedeutet das also erst einmal Unsicherheit. Zudem gibt es den psychologischen Effekt der Verlustaversion, der beschreibt, dass Menschen Verluste stÀrker empfinden als Gewinne. Es ist darum absolut menschlich, das Unbekannte eher skeptisch zu beÀugen und an vertrauten Dingen festzuhalten.

Emotionale Bindungen spielen ebenfalls eine große Rolle. Meist entwickeln wir im Laufe der Zeit starke Verbindungen zu Menschen, Orten und sogar zu GegenstĂ€nden. Diese Verbindungen geben uns ein GefĂŒhl von Sicherheit und BestĂ€ndigkeit. Das Loslassen kann daher wie ein Verlust eines Teils unserer selbst wirken. Zudem sind diese Bindungen oft mit intensiven Erinnerungen und Emotionen verknĂŒpft, was den Abschied zusĂ€tzlich erschwert.

Der soziale Druck ist ein weiterer Faktor. Oft verbleiben wir in Beziehungen oder Situationen, weil wir Angst haben, wie andere darauf reagieren könnten. Der Wunsch nach sozialer Akzeptanz kann dazu fĂŒhren, dass wir mehr auf die Meinung und Erwartung anderer hören, als auf uns selbst, und so an etwas festhalten, das uns eigentlich gar nicht guttut. Unsere Kultur und Gesellschaft kann so dazu beitragen, dass das Loslassen schwerfĂ€llt.

Eine junge Frau mit glatten braunen Haaren hat die Augen geschlossen und hebt die HĂ€nde zum Loslassen.

Wer im richtigen Moment loslassen kann, gewinnt ein StĂŒck Freiheit und die Chance auf einen Neustart. Foto: unsplash / Gabriel Benois

Woran erkennen wir, dass es die richtige Entscheidung ist, loszulassen?

Es gibt mehrere Anzeichen, die darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt. Ein sehr klarer Hinweis ist, wenn wir uns stĂ€ndig gestresst, unglĂŒcklich oder erschöpft fĂŒhlen. Wenn eine Situation oder Beziehung mehr Energie raubt, als sie gibt, sollte sie zumindest auf den PrĂŒfstand kommen. Auch das GefĂŒhl von Stillstand weist unter UmstĂ€nden auf ein Problem der Anhaftung hin. Wenn wir meinen, nur noch auf der Stelle zu treten, sollten wir Ausschau nach dem halten, was uns zurĂŒckhĂ€lt. Wachstum und Fortschritt erfordern oft das Loslassen alter Muster und Gewohnheiten. Das kann auch bedeuten, dass wir unsere eigenen BedĂŒrfnisse und Ziele vernachlĂ€ssigen, um an etwas festzuhalten, das vertraut ist, aber gegen uns arbeitet. Ertappen wir uns hĂ€ufiger dabei, uns eine andere RealitĂ€t vorzustellen, in der wir glĂŒcklicher sind, kann das ebenfalls ein Alarmsignal sein. TagtrĂ€ume und Fantasien ĂŒber ein besseres Leben zeigen, dass wir mit der aktuellen Situation unzufrieden sind und VerĂ€nderung angesagt ist.

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Ein weiteres wichtiges Anzeichen ist der Verlust von Leidenschaft und Interesse. Stellen wir fest, dass wir keine Freude oder Begeisterung mehr fĂŒr Dinge empfinden, die uns frĂŒher wichtig waren, kann das ein Wink sein, Platz fĂŒr Neues zu schaffen. Sitzen uns negative Emotionen wie Angst, Wut und Traurigkeit im Nacken, ist es jetzt an der Zeit, sie loszuwerden.

Ein Flamingo steht entspannt im ruhigen Wasser und freut sich des Lebens.

Wenn wir es schaffen, belastende Beziehungen loszulassen, bringen wir auf lange Sicht Entspannung in unser Leben. Foto: pixabay / Antonio Lopez

Beziehungen loslassen

Beziehungen loszulassen ist besonders schwierig, weil sie fast immer nicht nur schlechte, sondern auch gute Seiten haben. Es gibt Erinnerungen an glĂŒckliche Zeiten, gemeinsame Erlebnisse und eine tiefe emotionale Verbindung. Diese positiven Aspekte machen es besonders schwer, sich endgĂŒltig zu trennen, auch wenn die Beziehung insgesamt nicht mehr gesund ist. Hier sind einige Strategien, die uns helfen können, diesen Schritt trotzdem zu gehen:

Erkenne die RealitĂ€t: Schreibe eine Liste mit allen positiven und negativen Aspekten deiner Beziehung. Wenn die negativen Punkte ĂŒberwiegen und die Waage somit kippt, freunde dich mit dem Gedanken an, loszulassen.

Grenzen setzen: Setze klare Grenzen, um dich emotional zu schĂŒtzen. Das kann bedeuten, den Kontakt ganz abzubrechen, wenn das möglich ist. Ist dir dieser Schritt zu krass oder andere Dinge sprechen dagegen (zum Beispiel gemeinsame Kinder), reduziere ihn zumindest auf ein Minimum. Grenzen helfen dir, dich auf dein eigenes Leben zu konzentrieren und von den negativen EinflĂŒssen abzuwenden.

Emotionalen Raum schaffen: Gönne dir Zeit und Raum, um deine GefĂŒhle zu verarbeiten. Trauer, Wut und EnttĂ€uschung sind normale Emotionen im Prozess des Loslassens. Erlaube dir, sie zu durchleben und akzeptiere sie ohne Wenn und Aber. Denn unterdrĂŒckte und weggeschobene GefĂŒhle holen dich sonst irgendwann mit aller Macht wieder ein. Wir können uns nicht dauerhaft vor ihnen verstecken.

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UnterstĂŒtzung suchen: Sprich mit vertrauten Menschen. UnterstĂŒtzung von außen kann dir helfen, Klarheit zu gewinnen und dich stĂ€rker zu fĂŒhlen. Andere bieten dir oft Perspektiven und Einsichten, die dir helfen, und auf die du selbst aufgrund deiner Befangenheit als persönlich Betroffene niemals gekommen wĂ€rst.

Neue Routinen etablieren: FĂŒlle die LĂŒcke, die die Beziehung hinterlĂ€sst, mit positiven AktivitĂ€ten. Entdecke neue Hobbys, treibe Sport oder engagiere dich in sozialen Gruppen. Neue Routinen können dir helfen, dich auf die Zukunft zu konzentrieren und alte Gewohnheiten zu durchbrechen. Wenn du den Weg nicht allein gehen willst, frag eine Freundin, ob sie dich zumindest bei den ersten Malen begleitet.

SelbstfĂŒrsorge ist die Prio 1: Achte in der Trennungszeit besonders gut auf dich selbst – die anderen sind spĂ€ter wieder dran. SelbstfĂŒrsorge ist entscheidend, um die emotionalen und physischen Herausforderungen des Loslassens zu bewĂ€ltigen. Nimm dir regelmĂ€ĂŸig Zeit fĂŒr AktivitĂ€ten, die dir Freude bereiten und dir helfen, Stress abzubauen.

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: FĂ€llt das Loslassen extrem schwer, kann es Sinn machen, professionelle UnterstĂŒtzung in Anspruch zu nehmen. Ein Therapeut unterstĂŒtz dich, emotionale Muster zu verstehen, die dich in der Beziehung gehalten haben, und dir Strategien zur BewĂ€ltigung an die Hand geben. Leider sind die Wartezeiten bei den meisten Psychotherapeuten so dermaßen lang, dass die Chance auf einen zeitnahen Platz gering ist. Bevor du gar keine Hilfe bekommst, versuche dich selbst zu coachen. Das kostet nichts und ist auf jeden Fall einen Versuche wert. Hier findest du viele Tipps dazu.

Ein Frau streckt die Arme hoch. Sie steht vor einer orangenen Wand und trĂ€gt einen olivgrĂŒnen Parker mit der Aufschrift "LetÂŽs go and donÂŽt look back".

Lass die Vergangenheit los und richte deinen Fokus auf eine bessere Zukunft. Selbstcoaching-Tools helfen dir dabei. Foto: unsplash / Armand Khoury

Selbstcoaching fĂŒr das Loslassen von Beziehungen & Co.

Hier sind einige Selbstcoaching-Tools, die dir beim Loslassen vielleicht helfen. Nicht alles ist fĂŒr jeden passend – probiere einfach aus, was fĂŒr dich am besten funktioniert.

Journaling: FĂŒhre ein Tagebuch, um deine Gedanken und GefĂŒhle zu ordnen. Schreibe regelmĂ€ĂŸig ĂŒber deine Emotionen und Erlebnisse, die mit dem Loslassen zusammenhĂ€ngen.

Visualisierung: Stelle dir vor, wie du die belastende Situation oder Beziehung loslĂ€sst. Versuche zu fĂŒhlen, welche Erleichterung sich in dir ausbreitet, wenn es du geschafft hast. Lasse die neuen Chancen, die sich dir dadurch eröffnen wie ein Film vor deinem geistigen Auge ablaufen.

Positives Denken und Affirmationen: Affirmationen sind positive SprĂŒche, die beschreiben, wie deine Zukunft aussehen soll, und die du möglichst oft und regelmĂ€ĂŸig wiederholst. So programmierst du dein Unterbewusstsein um. Dabei ist es egal, wenn es noch nicht eingetreten ist, formuliere es so, als wĂ€re es bereits geschehen. Ein Beispiel: „Ich bin glĂŒcklich und frei“. LĂ€chele dabei, auch wenn dir nicht danach zumute ist. Fake it, till you make it!

Ankertechnik: Mit der Ankertechnik ist es möglich, bestimmte positive GefĂŒhle in Situationen, in denen es dir nicht gut geht, quasi auf Knopfdruck abzurufen. Mehr dazu in meinem Artikel Ankertechnik lernen: Tipps & Strategien.

Mind Mapping: Erstelle ein Mind Map, um die GrĂŒnde fĂŒr dein Festhalten ganz klar vor dir zu sehen und Alternativen zu entwickeln. Das ist hilfreich, um die Ursachen fĂŒr deine Schwierigkeiten beim Loslassen besser zu verstehen und neue Wege zu entdecken.

Selbstreflexion und Fragen: Stelle dir gezielte Fragen, um deine Gedanken zu ordnen und tiefere Einsichten zu gewinnen:

Warum fÀllt es mir schwer, loszulassen?

Was gewinne ich, wenn ich loslasse?

Welche Ängste und Unsicherheiten hindern mich daran, loszulassen?

Zukunftsplanung: Setze dir konkrete Ziele und erstelle möglichst genaue und detaillierte PlĂ€ne fĂŒr die Zukunft nach dem Loslassen. So lenkst du den Fokus weg von der Vergangenheit und hin zu dem, was vor dir liegt.

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Fazit: Das Loslassen ist heutzutage wichtiger denn je

Die Themen Festhalten und Loslassen sind etwas, was unser Leben stĂ€ndig beeinflusst – ob wir es wollen oder nicht. Unsere Gehirne sind darauf programmiert, an Vertrautem festzuhalten, weil es uns vermeintlich Sicherheit gibt. Deshalb schrecken wir vor VerĂ€nderungen erst mal zurĂŒck. Doch meist bedeutet aktives Loslassen nicht nur Verlust, sondern auch die Chance auf einen Neuanfang. In der heutigen Zeit ist das Loslassen ohne Frage wichtiger als jemals zuvor. Wir werden tĂ€glich mit Möglichkeiten und Informationen ĂŒberschĂŒttet, sodass es immer unerreichbarer wird, an allem festzuhalten. Priorisieren erhĂ€lt dadurch eine ganz neue Bedeutung, da wir sonst Gefahr laufen, uns völlig zu ĂŒberfordern. Indem wir lernen, loszulassen, schaffen wir Platz fĂŒr das Wesentliche, bewahren den Durchblick und behalten die Nerven.

Ich hoffe, dieser Beitrag hat dich ein wenig inspiriert und motiviert, einen neuen Weg einzuschlagen. Und denke immer daran, dass Loslassen nicht nur ein Ende bedeutet, sondern oft der Beginn eines neuen, besseren Kapitels im Leben ist. Schau dir zu diesem Thema auf jeden Fall meine Nachdenkgeschichte vom Affenbaum an, in der es genau um dieses Thema geht.

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